Nachgefragt | Überraschungscoup der neuen Oberbürgermeisterin: Maltz-Schwarzfischer schmiedet Koalition der bürgerlichen Mitte

Nachgefragt | Überraschungscoup der neuen Oberbürgermeisterin: Maltz-Schwarzfischer schmiedet Koalition der bürgerlichen Mitte

Regensburg kann aufatmen: Nach quälend langen Jahren des Stillstands im Zuge der sog. Korruptionsaffäre um Joachim Wolbergs und dessen Suspendierung vom Amt des Oberbürgermeisters verfügt die Stadt endlich wieder über eine vollständige Führungsspitze.

- Anzeige -
Doch der Weg dorthin war selbst für ausgewiesene Politkenner eine atemberaubende Achterbahnfahrt mit erstaunlichem Ausgang:

Die für die Regierungspartnerschaft als gesetzt geltenden „Grünen“ katapultierten sich mit ihrer fundamentalistischen Verweigerungshaltung gegenüber der CSU und einem von Beobachtern als „befremdlich arrogant“ bis „fanatisch“ geschilderten Verhandlungsstil selbst aus dem Rennen. Und als dann auch noch die bei den Wahlen leicht erstarkte ÖDP zwar höflich im Ton, aber wie in Beton gegossen  an ihren Positionen festhielt, zog die bis dahin geduldig und einfühlsam um Kompromisse ringende Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) die Reißleine: Zusammen mit CSU, FW, FDP und dem Einzelstadtrat Christian Janele (CSB) zimmerte sie mit bemerkenswerter Entschlossenheit und einer gehörigen Portion Mut eine Koalition der bürgerlichen Mitte. Deren hauchdünne Mehrheit von gerade mal einer Stimme wird in den kommenden Jahren zwar mit Sicherheit der einen oder anderen Zerreißprobe ausgesetzt sein. Was aber Hoffnung auf eine vernünftige Regierungsarbeit gibt, ist der Umstand, dass Maltz-Schwarzfischer mit Dr. Astrid Freudenstein (CSU) und Ludwig Artinger (FW) zwei Bürgermeister an der Seite hat, die keinen von Ideologie verbrämten Traumtänzereien nachhängen, sondern sachorientiert das Wohl der gesamten Stadt im Blick haben. Zudem sind die beiden sehr gut in die Bayerische Staatsregierung vernetzt (Dr. Freudenstein obendrein auch nach Berlin) und gelten als sehr teamfähig und führungsstark. Diese Eigenschaften werden bitter nötig sein, wenn sich Maltz-Schwarzfischer mit ihrer neuen Koalition daranmachen wird, in der Stadtadministration aufzuräumen. Denn viel zu lange konnten in den Zeiten der Lähmung und des Stillstands einige selbsternannte Verwaltungsprinzen und -prinzesschen ihre oft genug selbstherrlichen Süppchen kochen und die Bürger, deren Diener sie eigentlich sein sollten, unkontrolliert und nach Herzenslust schikanieren. Damit wird jetzt Schluss sein. Denn ein kräftiges Durchlüften in diesem zumindest partiellen Muff aus Intrigen und Unfähigkeit ist die Grundvoraussetzung, um Regensburg durch die harten Zeiten nach der Corona-Katastrophe zu führen und sich an den Wiederaufbau des am Boden liegenden Gemeinwesens zu machen.

- Anzeige -

Und die Opposition? Die teils bizarren Koalitionsverhandlungen und auch die erste konstituierende Sitzung des neuen Stadtrates lassen wenig von dem erwarten, was ein Kollegialgremium eigentlich ausmachen müsste. Es steht vielmehr zu befürchten, dass sich insbesondere die Grünen lieber dem weltanschaulichen AfD-Bashing hingeben werden, als mitzuhelfen, die sich auftürmenden realen Probleme dieser Stadt wegzuarbeiten. (pk)

  • Tags:
  • gepostet am: Samstag, 06. Juni 2020

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Von der galoppierenden Verwahrlosung einer einstmals wunderschönen Stadt

Nachgefragt | Von der galoppierenden Verwahrlosung einer einstmals wunderschönen Stadt

Überbordende Schmierereien, unzumutbare öffentliche Toiletten, Geschäftsleerstände im Herzen der Altstadt, ein schleichendes Müllproblem und Angsträume mit Drogendealern, Vergewaltigern und Banden von Migranten. Die Stadtverwaltung Regensburg sieht laut eigener Aussage keine Verwahrlosung der Altstadt.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Angsträume: Wie kriminelle Migranten das positive Image einer bayerischen Metropole vernichten oder: Regensburg ist überall!

Nachgefragt | Angsträume: Wie kriminelle Migranten das positive Image einer bayerischen Metropole vernichten oder: Regensburg ist überall!

Über Jahre hinweg hatten kriminelle Migranten, die überwiegend aus den sog. MAGHREB-Staaten stammen, aus dem einstigen friedlichen Einfallstor in unsere Stadt, dem Hauptbahnhof, eine NO-GO-AREA, einen „Angstraum“ gemacht.

>> weiterlesen

EILMELDUNG | Erfolg für neue Regensburger „Task force Intensivtäter“ – drei potentielle tunesische Gewaltverbrecher in Haft

EILMELDUNG | Erfolg für neue Regensburger „Task force Intensivtäter“ – drei potentielle tunesische Gewaltverbrecher in Haft

Nach den brutalen Attacken und sexuellen Übergriffen dreier Tunesier in der letzten Silvesternacht in der Regensburger Gaststätte „Hemmingway`s kann die neugegründete „Task Force Intensivtäter“ von Polizei und Staatsanwaltschaft verkünden: Die drei dringend Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Angstraum Bahnhof bundesweit bekannt – Regensburger Polizei hilflos?

Nachgefragt | Angstraum Bahnhof bundesweit bekannt – Regensburger Polizei hilflos?

Mittlerweile genießt der Angstraum bundesweit zweifelhafte Berühmtheit. Gibt es in Regensburg weitere Angsträume? Ist die Polizei überfordert? Was tut sich beim neuen „Sonderreferat für Intensivtäter“?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Vandalismus in Postfiliale – Regensburger Bahnhofsviertel verwahrlost weiter völlig ungebremst

Nachgefragt | Vandalismus in Postfiliale – Regensburger Bahnhofsviertel verwahrlost weiter völlig ungebremst

Der Bahnhofsbezirk in Regensburg ist Angstraum. Migrantenbanden, Drogendealer und Vergewaltiger treiben dort ungehindert ihr Unwesen. Jetzt wurden im Selbstbedienungsbereich der Postfiliale am Bahnhof vandaliert.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Nach umfangreicher Berichterstattung der Stadtzeitung:  Politik und Medien sind aufgewacht und erkennen Bahnhof endlich als Angstraum

Nachgefragt | Nach umfangreicher Berichterstattung der Stadtzeitung: Politik und Medien sind aufgewacht und erkennen Bahnhof endlich als Angstraum

Der Bahnhofsbezirk ist Regensburger Angstraum. Drogendealer wie auch Vergewaltiger treiben dort ungehindert ihr Unwesen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Fährt die Stadtbahn ins Millionengrab? – Interview mit Stefan Aumüller

Nachgefragt | Fährt die Stadtbahn ins Millionengrab? – Interview mit Stefan Aumüller

Die Regensburger Stadtbahn – von seinen Anhängern vergöttert, von seinen Kritikern verteufelt. Stefan Aumüller, ein Regensburger Unternehmer, hat sich die Machbarkeitsstudie genauer angeschaut und den Unsinn einer Stadtbahn in Regensburg herausgearbeitet.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Landrätin spricht Klartext – Tanja Schweiger fordert: Asylsuchende sollen arbeiten

Nachgefragt | Landrätin spricht Klartext – Tanja Schweiger fordert: Asylsuchende sollen arbeiten

Laut der Landrätin des Landkreises Regensburg Tanja Schweiger sollen „Menschen, die zu uns kommen und bleiben dürfen, arbeiten und sich bei uns einbringen – das müssen wir als Gesellschaft formulieren dürfen.“ Die Landrätin informiert auf einer Pressekonferenz über die Asylzahlen im Landkreis und findet deutliche Worte.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Wachsweiche Justiz schont tunesischen Sexualstraftäter

Nachgefragt | Wachsweiche Justiz schont tunesischen Sexualstraftäter

Ein 19-jähriger Tunesier zwingt einen 21-jährigen Deutschen zum Oralverkehr. Die Polizei nimmt ihn fest, lässt ihn aber wieder laufen. Wie kann das sein?

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung