Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Anwohner stellt Müllbanditen

Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Anwohner stellt Müllbanditen

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Die Dieselstraße im Regensburger Stadtosten ist nicht gerade bekannt für ihre Sauberkeit oder ihre Sicherheit – auch wenn die Stadt die Gegend mit ihren Prestigeprojekten wie dem „Sportpark Ost“ und dem „Innovationsquartier“ aufwerten will. Jetzt wurden am Wendehammer zwei Männer bei der illegalen Entsorgung großer Mengen Müll fotografiert.

Auf frischer Tat ertappt

Ein Anwohner kann es kaum glauben: Am helllichten Tag werfen zwei dunkelhäutige Männer ihren Müll aus ihrem weißen Lieferwagen ins Gebüsch an der Straße: Matratzen, Regale, Körbe, giftige Farbe, Altpapier und Müllsäcke. Danach uriniert einer der Männer in aller Ruhe am Tatort. Der Anwohner dokumentiert alles mit seinem Handy und seiner Dashcam – auch die Gesichter der Müllbanditen und das Nummernschild des großen Transporters – und übergibt das gesamte Material der Polizei.

Professionelle Müllentsorger?

Statt den Müll teuer zu entsorgen, schmeißen die Männer ihn billig dorthin, wo scheinbar niemand aufpasst. Bei dem abgeladenen Müll handelt es sich zudem nicht nur um eine kleine Menge, sondern gleich um eine ganze Wagenladung. Sind die Männer also professionelle Müllentsorger, die sich für diese illegale, aber billige „Beseitigung“ bezahlen lassen?

 

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Die Polizei ermittelt

Wir wenden uns an das Polizeipräsidium Oberpfalz und wollen wissen: Wurden die Täter ermittelt? Welche Nationalität haben sie? Wo sind sie wohnhaft? Haben sie in Auftrag gehandelt? Usw.

Man antwortet uns: „Am 14. März 2026 hat ein Zeuge eine illegale Müllablagerung in der Dieselstraße in Regensburg beobachtet und der Polizei gemeldet. Es wird im Fall aktuell gegen eine unbekannte Person aufgrund einer Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetzes ermittelt. Allerdings wurden durch den Zeugen Lichtbilder übermittelt, welche als Beweismittel dienen und aktuell ausgewertet werden. Auf den Lichtbildern ist ein Pkw und der vermutliche Halter des Fahrzeugs zu sehen. Aus diesen könnte weiter ein Verdacht gegen einen 55-jährigen Deutschen hervorgehen. Die Ermittlungen hierzu laufen jedoch erst an. Die Polizeiinspektion Regensburg Süd ermittelt akribisch im Fall.“

Versinkt Zukunftsviertel im Müll?

Illegal abgelagerter Müll begrenzt sich in der Dieselstraße nicht alleine auf den Wendehammer: Massen an alten Autoreifen, Schrottautos, undichte Batterien und Altöl säumen den gesamten Straßenrand (wir haben berichtet). Für die Stadt ein Fiasko – denn mit dem „Sportpark Ost“ mit Hallenbad und Leichtathletikhalle und dem „Innovationsquartier“ – einem geplanten klimaneutralen Wohngebiet mit Grundschulen, Kindertagesstätten, Geschäften etc. – soll das ganze Viertel eigentlich aufgewertet und lebenswert werden.

Einbruchsserie Pürkelgut

Wenn die Probleme nicht nachhaltig gelöst werden, vermehren sie sich von selbst – das besagt die wissenschaftliche Theorie vom sog. Broken-Windows-Effekt. Und beim Müll bleibt es nicht: Erst kürzlich wurde das nahegelegene Schloss Pürkelgut von einer Einbruchs- und Vandalismusserie heimgesucht. An verschiedenen Tagen haben Einbrecher beim liebevoll und aufwändig sanierten Wasserschloss Fenster eingeschlagen und in einem Nebengebäude des Schlossbesitzers Werkzeuge entwendet.

Kupfer-Ermittlungen verlaufen im Sand

Ende Juli letzten Jahres stellte ein Jagdhund zwei arabisch aussehende Männer, die beim Wendehammer Kupferkabel aus dem Auto luden und in ein Gebüsch zerrten (wir haben berichtet). Ein Anwohner fotografierte das Nummernschild und informierte die Polizei. Wir haken ein halbes Jahr später nochmal nach, aber die Polizeiinspektion Regensburg Süd schreibt: „Im Zuge der Ermittlungen konnten die sichergestellten Kabel keinem Diebstahl zugeordnet werden. Die polizeilichen Ermittlungen sind abgeschlossen. Der Vorgang wurde an die Staatsanwaltschaft abgegeben.“

 

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CSU will Kameras

Die CSU-Stadtratsfraktion forderte schon länger Kameraüberwachung für Müllcontainer, um illegale Müllablagerung an diesen prekären Standorten zu verhindern. Jetzt wurde im Stadtrat beschlossen, eine Dokumentation als Voraussetzung für eine Videoüberwachung zu erstellen. Das heißt: Alles wird fotografiert und wenn es an gewissen Stellen häufiger zu illegaler Vermüllung kommt, ist es möglich, dort Kameras aufzustellen. Das wäre auch für versteckt liegende Bereiche wie den Wendehammer Dieselstraße sinnvoll. Aber dieser Weg ist lang und bürokratisch. Schnelle Lösungen sehen anders aus.

Bürger fordern Lösungen

Es hat mit Müll angefangen, aber mittlerweile zieht die Dieselstraße immer üblere und dreistere Kriminelle an. Der Wendehammer steht dabei exemplarisch für jeden Ort, um den sich die Stadt Regensburg anscheinend nicht genug kümmert oder kümmern kann. Was ist z.B. mit der unglaublichen Masse von Schmierereien an der Donaupromenade? – Die verunstalten den Blick von der Steinernen Brücke auf Regensburg schon seit Jahren. Was ist mit der Maxstraße? – Zwar wächst der öffentliche Druck auf Polizei und Stadt, endlich zu handeln, nur leider haben sich die Dealerbanden dort schon langfristig eingerichtet. Was ist mit dem Neupfarrplatz? – Dort scheint man seitens der zuständigen Behörden noch keinen Handlungsbedarf zu verspüren. Wartet man darauf, dass sich die vom Bahnhof Richtung Innenstadt ausbreitende Kriminalität auch dort niederlässt?

Welche gefährdeten und gefährlichen Orte vernachlässigt Regensburg noch? Schreiben Sie uns per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. (lnw)

 


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