Nachgefragt | Migrant verschuldet Autounfall – aber Geschädigte soll Kosten tragen

Nachgefragt | Migrant verschuldet Autounfall – aber Geschädigte soll Kosten tragen

Unglaublich: Wenn Migranten Schäden verursachen, bleibt dies für sie ohne finanzielle Konsequenzen.

- Anzeige -
Am Montag, 19.08.2024, kommt es in der Zeißstraße nahe dem Ankerzentrum zum Crash. Schaden am Auto im hohen vierstelligen Bereich. Doch der Schadensverursacher ist Asylempfänger und nicht versichert. Die Geschädigte bleibt auf ihren Kosten sitzen.

Was war passiert?

Eine junge deutsche Frau (Name der Redaktion bekannt), dual studierend, geringes Einkommen, fährt in ihrem kleinen Auto langsam in eine Kreuzung ein. Ein Asylempfänger übersieht offenbar die Vorfahrtsberechtigte und rast mit seinem Fahrrad der jungen Frau ungebremst in die Seite ihres Fahrzeugs, bleibt selbst unverletzt. Die junge Frau erleidet einen erheblichen Schock, reagiert jedoch bewundernswert überlegt. Sie ruft unverzüglich die Polizei, bittet Zeugen, am Unfallort zu bleiben, bis diese eintrifft und das Unfallgeschehen aufnimmt. Die Sachlage zeigt sich angesichts der klaren Fakten- und Zeugenlage vollumfänglich zu Gunsten der Geschädigten und wird von der sehr schnell eingetroffenen Polizei entsprechend dokumentiert. Bitter für die junge Frau: Der Schaden an ihrem Auto bewegt sich im hohen vierstelligen Bereich – und sie wird auf ihm sitzenbleiben. Denn der Asylbewerber ist – wie nahezu alle Migranten – nicht versichert. Und da er als mittellos gilt, ist von ihm keine Schadensregulierung zu erwarten. Für die junge Frau Glück im Unglück: Sie hat eine Vollkaskoversicherung. Diese wird wohl zumindest zum größten Teil die teure Reparatur übernehmen. Doch zu ihren Lasten bleiben 300 € Selbstbeteiligung, sie muss ihren Leihwagen, den sie dringend braucht um in die Arbeit zu fahren, selbst finanzieren und ihre Versicherungskosten erhöhen sich durch eine automatische Höherstufung, auch wenn sie nicht für den Unfall verantwortlich ist. Die Stadtzeitung meint: ein himmelschreiendes Unrecht und geht der Sache nach.

Muss die Geschädigte selbst zahlen?

Wir wollen vom Regensburger Amt für Integration und Migration wissen: Wie ist die Versicherungsfrage bei Asylempfängern in Regensburg generell geregelt? – Warum gibt es in Regensburg keine Versicherungspflicht oder Sammelversicherungen für Asylempfänger? – Wie stellt sich dieses Thema generell in Deutschland dar?

Die Stadt fasst sich kurz: „In Deutschland besteht grundsätzlich keine Haftpflicht-Pflicht (es gibt nur gewisse Ausnahmen z. B. für bestimmte Berufsgruppen oder Halter von Fahrzeugen etc.). Es kann daher passieren, dass Geschädigte keine Rückerstattung erhalten.“ Auf die Sammelversicherungen geht die Stadt nicht ein.

- Anzeige -

Die kommunale Ausländerbehörde wird dreist

Auch der Vater der Geschädigten hat laut Stadtzeitungsinformation bei der Regensburger Verwaltung angerufen und den Fall geschildert. Die Ansprechpartnerin bei der Ausländerbehörde macht sich lustig über sein Anliegen, höhnt, in welcher Welt er denn lebe, dass er glaube, Asylbewerber seien versichert. Die städtische Mitarbeiterin sei nach Schilderung des Vaters generell sehr unfreundlich gewesen, habe ihn mehrmals unterbrochen und ihn zynisch aufgefordert, selbst in die Politik zu gehen und sich an Söder oder Scholz zu wenden. Wir finden: Ein absolut inakzeptables Verhalten einer Behördenvertreterin gegenüber einem hilfesuchenden Bürger und fragen bei der Stadt nach, ob so ein peinliches Verhalten nicht unverzügliche Konsequenzen haben müsste.

Die Stadt äußert sich kühl: „Dem Amt für Migration und Integration ist der Fall nicht bekannt. Täglich erreichen uns sehr viele Anrufe. Ohne nähere Angaben (z. B. Personalien) kann der Sachverhalt nicht rekonstruiert werden.“ Leider war der Vater der Geschädigten von der derben Art und Weise, wie ihm begegnet wurde, so überrumpelt und erzürnt, dass er sich den Namen der städtischen Mitarbeiterin nicht gemerkt hat.

Michael Lehner: Schadensersatzklage sinnlos

11 Micheal Lehner, Versicherungsexperte und CSU-Fraktionsvorsitzender. Bild: © privat

Wir befragen den Versicherungsfachmann Michael Lehner zu dem Fall und bitten um eine versicherungsrechtliche Einordnung. Lehners Aussage ist eindeutig: „Es ist möglich, dass man auf seinen Kosten sitzen bleibt, wenn der Schadensverursacher nicht haftpflichtversichert ist. Denn niemand, auch kein Deutscher, ist verpflichtet, eine private Haftpflichtversicherung abzuschließen. Als letzte Möglichkeit könnte man den Asylbewerber auf Schadensersatz verklagen – wie jeden anderen auch –, doch das würde vermutlich im Sand verlaufen. Dieser Zwischenfall ist meiner Meinung nach glimpflich ausgegangen, weil die junge Frau vollkaskoversichert ist. Sie bleibt jedoch auf 300 € Selbstbeteiligungsgebühren sitzen und wird höhergestuft.“

Kein Skandal? Alles ganz normal?

Wir recherchieren weiter und finden heraus: Über verschiedene ähnliche Vorfälle hat die Augsburger Allgemeine schon 2019 berichtet. Das Problem ist also kein neues. Dass jeder unbescholtene Bürger potenziell zur Kasse gebeten werden kann, wenn er in einen fremdverschuldeten Unfall gerät, nur weil der Schadensverursacher nicht zahlen kann, ist ein riesiges Versäumnis unseres Sozialstaats. Laut HUK24 kostet eine Privathaftpflichtversicherung für einen Single ohne Kind zwischen 2,50 und 10 € pro Monat. Familien würden 3 bis 11 € zahlen. Im schlimmsten Fall also in etwa der Gegenwert z.B. von einer simplen Schachtel Zigaretten. Warum dieses Geld nicht bei jedem Migranten und jedem Bürgergeldempfänger einfach einbehalten und standardmäßig in eine Versicherung investieren? Angesichts der umfangreichen Leistungen, die unser Staat jenen Bevölkerungsgruppen monatlich gewährt, ein wohl verschmerzbares „Opfer“ (wir haben berichtet). (lnw)

 


Lesen Sie auch:

Reizthema Migration in Zahlen: Wohin fließen die Steuergelder?, 28.06.2024

Bürgergeld – knapp 25 Milliarden jährlich gehen an Migranten, 04.07.2024


Die „Nachgefragt“-Reihe

  • Tags:
  • gepostet am: Freitag, 23. August 2024

Magazin weitere Artikel

Töpfermarkt beim Prösslbräu

Töpfermarkt beim Prösslbräu

15./16.08., Adlersberg, jew. 10 bis 18 Uhr

50 Aussteller aus ganz Deutschland, Bayern und der Region freuen sich, auch in diesem Jahr ihre vielfältigen Arbeiten am Adlersberg präsentieren zu können. Die meisten der Handwerker und Keramikkünstler sind immer wieder dabei auf diesem bekannten Markt vor den Toren Regensburgs. Sie stellen ihre Arbeiten in ihren Werkstätten selbst her, Händler wird man auf dem Markt nicht finden.

>> weiterlesen

Meldung | Bürgerbegehren gegen die Nordspange Regensburg unzulässig?

Meldung | Bürgerbegehren gegen die Nordspange Regensburg unzulässig?

Mit direktem Blick auf die geplante Trasse der Nordspange über den Regen wird für die Nordspange Regensburg und eine sorgfältige rechtliche Prüfung des eingereichten Bürgerbegehrens geworben.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Vier Gesuchte bei Grenzkontrollen festgenommen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Vier Gesuchte bei Grenzkontrollen festgenommen

Für vier Reisende endete die Einreise nach Deutschland in den vergangenen Tagen nicht am eigentlichen Zielort, sondern in einer Justizvollzugsanstalt.

>> weiterlesen

Meldung | Aiwanger fordert industriepolitisches Umdenken

Meldung | Aiwanger fordert industriepolitisches Umdenken

Anlässlich des Empfangs der niederbayerischen Wirtschaft am Mittwoch in Passau fordert Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ein industriepolitisches Umdenken.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Unbekannte beschmieren abgestellten Zug

Aus bayerischen Polizeiberichten | Regensburg: Unbekannte beschmieren abgestellten Zug

Am Sonntag informierte die Leitstelle der Agilis-Bahn die Bundespolizei über ein Graffito an einem abgestellten Zug.

>> weiterlesen

Meldung | Aiwanger lobt mittelständisches Architektur- und Ingenieurbüro „DELTA Gruppe“

Meldung | Aiwanger lobt mittelständisches Architektur- und Ingenieurbüro „DELTA Gruppe“

Aiwanger: "Die DELTA Gruppe zeigt, dass man sich durch Fleiß und Kompetenz auch in einer schwierigen Marktlage behaupten kann"

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nürnberg: Mann wird von arabischem Einbrecher mit Hammer verletzt

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nürnberg: Mann wird von arabischem Einbrecher mit Hammer verletzt

Zwei bislang unbekannte Täter brachen in der Nacht zum Dienstag in eine Bootsverleihhütte ein und lösten dabei einen Alarm aus.

>> weiterlesen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nürnberg: Syrer vergewaltigt Teenagerinnen

Aus bayerischen Polizeiberichten | Nürnberg: Syrer vergewaltigt Teenagerinnen

Die Ermittlungskommission "EKO Kajal" bekämpft Straftaten im Zusammenhang mit Sexual- und Betäubungsmitteldelikten.

>> weiterlesen

Meldung | Aiwanger: Bedarf an Sicherheits- und Verteidigungstechnik wachse

Meldung | Aiwanger: Bedarf an Sicherheits- und Verteidigungstechnik wachse

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat die bayerische Industrie auf die wachsenden Chancen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hingewiesen.

>> weiterlesen

Nachgefragt weitere Artikel

Nachgefragt | Raser in der Maxstraße

Nachgefragt | Raser in der Maxstraße

Die Maximilianstraße in Regensburg hat sich im Laufe der letzten Monate zu einem Drogenhotspot entwickelt. Zu ihnen gesellen sich seit neuestem BMW-Raser.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Müllghetto Dieselstraße – Wir ziehen Bilanz

Nachgefragt | Müllghetto Dieselstraße – Wir ziehen Bilanz

Seit mehr als fünf Jahren schon weisen wir auf die Müllsituation in der Regensburger Dieselstraße hin.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Linke Gruppen sabotieren Bezahlkartenprojekt

Nachgefragt | Linke Gruppen sabotieren Bezahlkartenprojekt

Mitte 2024 wurde die Bezahlkarte für Asylbewerber eingeführt. Hat das gut geklappt?

>> weiterlesen

Nachgefragt | Linksradikalismus in Regensburg – Die unterschätzte Gefahr

Nachgefragt | Linksradikalismus in Regensburg – Die unterschätzte Gefahr

Regensburg wird 18 Mal im Verfassungsschutzbericht genannt. Linksextremistische und salafistische Verfassungsfeinde bilden die Mehrheit.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Müllbandit identifiziert

Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Müllbandit identifiziert

Wendehammer Dieselstraße: Wieder einmal lädt ein findiger Kleinkrimineller hier seinen Müll ab, um sich eine kostspielige Entsorgung zu sparen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Aktueller Sicherheitsbericht der Regensburger Polizei enthüllt: Fast die Hälfte aller Straftäter sind Ausländer

Nachgefragt | Aktueller Sicherheitsbericht der Regensburger Polizei enthüllt: Fast die Hälfte aller Straftäter sind Ausländer

Zunächst die gute Nachricht: Laut dem aktuellen Sicherheitsbericht der Regensburger Polizei weist die regionale Kriminalstatistik für 2025 sinkende Zahlen auf.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Anwohner stellt Müllbanditen

Nachgefragt | Wendehammer Dieselstraße – Anwohner stellt Müllbanditen

Die Dieselstraße ist nicht gerade bekannt für ihre Sauberkeit. Jetzt wurden dort zwei Männer bei der illegalen Entsorgung großer Mengen Müll fotografiert.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Nachgefragt | Drogenhotspot Maxstraße – geht Regensburg das Problem endlich an?

Die Maximilianstraße in Regensburg – ein Drogenhotspot selbst an helllichtem Tag. Auch die MZ hat sich des Themas inzwischen angenommen.

>> weiterlesen

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Nachgefragt | Kommunalwahl am 8. März: Schicksalswahl für unsere Stadt

Regensburg steht vor gewaltigen Problemen – kann die Kommunalwahl Abhilfe schaffen?

>> weiterlesen

© Regensburger Stadtzeitung