Nachgefragt | Containerdepot abgewehrt – muss das Biotop trotzdem sterben?

Nachgefragt | Containerdepot abgewehrt – muss das Biotop trotzdem sterben?

Ist diese riesige Grünfläche inmitten der Stadt jetzt doch wieder in Gefahr?

 

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Am Ostbahnhof soll ein Containerdepot der Bahn entstehen. Dazu sollte eigentlich eine 12,5 ha große Grünfläche mit etwa 5 ha amtlich kartierter Biotopfläche großteils versiegelt werden. Der BUND Naturschutz und CSU-Stadträtin Bernadette Dechant, die „Mutter Courage des Stadtostens“, kämpfen schon lange gegen den Umweltfrevel an (wir haben mehrfach berichtet). Nun hat die Bahn eine bessere Lösung gefunden: Das Containerdepot entsteht nun in der Nähe auf dem schon versiegelten Gelände der TRANSA Spedition GmbH, einer Bahn-Tochtergesellschaft. Trotzdem will die Stadt das Biotop, das somit eigentlich gerettet sein könnte, gleich an den nächsten Investoren weiterverschachern. Was soll das?

Hier geht’s überhaupt nicht um die Umwelt!

Die Deutsche Bahn schreibt in ihrer Pressemitteilung vom 17.07.2025: „Die DB Cargo AG und die Stadt Regensburg haben sich auf eine neue Lösung zur Errichtung eines Container-Depots im Osten der Stadt verständigt. Statt auf dem ursprünglich vorgesehenen Gelände im Industriegebiet Ost entsteht das neue Depot nun auf dem bisherigen Standort der TRANSA Spedition GmbH, einer 100-prozentigen Tochter von DB Cargo, am Regensburger Ostbahnhof. […] Ziel ist es, mehrere Außenflächen in einem zentralen Depot zu bündeln und damit die Verkehrsbelastung in den umliegenden Stadtquartieren zu reduzieren.“

Hält die OB an der Biottopvernichtung fest?

In derselben Pressemitteilung wird Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zititert: „Die Stadt [hat] die Planung richtigerweise vorhabenunabhängig aufgesetzt und über den Bebauungsplan Nr. 215-I am Ostbahnhof auf einer Fläche von rund 120.000 Quadratmetern ein hochwertiges und attraktives Industriegebiet mit hervorragender Erschließung über Straße und Gleis ausgewiesen. Der Bebauungsplan und das Baurecht bleiben somit bestehen, was kürzlich vom Verwaltungsgerichtshof in München in der abgewiesenen Normenkontrollklage bestätigt wurde.“

 

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Versiegelung: 80 %

Ist es wirklich so, dass diese Grünfläche nun potenziell von den nächsten Investoren versiegelt werden kann? Und was tut man, um dieses Biotop bzw. diese große Grünfläche auf Regensburger Stadtgebiet zu erhalten oder sogar aufzuwerten? Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

Die Pressestelle schreibt, bei der Grünfläche handle „sich um bislang unbebaute Gewerbegrundstücke in einem festgesetzten Industriegebiet“. „Eingriffe in die vorhandenen Grün- bzw. Biotopstrukturen werden auf den hierfür vorgesehenen Ausgleichsflächen kompensiert. Erforderliche Aufwertungen erfolgen auf den […] Ausgleichsflächen in und außerhalb des Plangebietes.“ Die Stadt erklärt: „Ganz allgemein formuliert dürfen 80 Prozent des Baugrundstücks (Grundflächenzahl 0,8) versiegelt werden. Hinzu kommen noch Straßenverkehrsfläche etc. Diese Werte und Flächen wurden bei der Eingriffs- bzw. Ausgleichsermittlung den gesetzlichen Vorgaben entsprechend berücksichtigt und werden somit ausgeglichen.“

Ausgleichsflächen? – Winzerer Höhen!

Wir haben die ganze Ausgleichsflächenthematik 2022 schon einmal durchexerziert. Nur ein kleiner Teil des Ausgleichs für das verlorene Grün wird nämlich vor Ort erbracht. Der Großteil aber in Burgweinting oder weit weg in Lappersdorf, wo sowieso schon alles grün ist. Dabei bräuchte man das Grün in der Innenstadt.

BUND Naturschutz ist skeptisch

11 Raimund Schoberer, Vorsitzender des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Regensburg. © Tina Dorner

Wir bitten den BUND Naturschutz, Stellung zur Verlegung des Containerdepots zu beziehen. Der Kreisgruppenvorsitzende Raimund Schoberer erklärt im Interview: „Super, dass jemand eine besser geeignete und bereits versiegelte Fläche für das Containerdepot gefunden hat. Trotzdem ist die Frage nach der vorhandenen, rund 5 ha großen amtlich kartierten Biotopfläche noch nicht beantwortet. Wenn die Oberbürgermeisterin wirklich die Biotopfläche neuen Investoren zur Verfügung stellen will, sehen wir darin ein Problem. Wir als BUND Naturschutz sind der Meinung, dass dieser Bebauungsplan speziell für das Projekt Containerdepot entwickelt worden ist und nicht übertragen werden kann – das wäre wohl eine wesentliche Zweckänderung. Wir sehen Handlungsbedarf bei der Stadt: Der Umgang mit dieser Fläche soll im Einklang mit dem Willen der Bürger und Anwohner stehen. Aber zugleich wollen wir mehr Natur im Regensburger Stadtgebiet, nicht weniger.“

(lnw)

 


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